Wappen der Stadt Heilbronn 1481

HISTORISCHER VEREIN HEILBRONN E.V.

Gegründet 1876

  
Jahresprogramm 2010

Freitag, 16. Juli 2010

Ganztagesfahrt: „Kirchenbau in Stuttgart-Hedelfingen und in Esslingen
Esslinger Architektur von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert“

Fahrt von Heilbronn nach Stuttgart-Hedelfingen. Dort schauen wir uns die alte Kirche an, als Wehrkirche im 13. Jahrhundert errichtet, 1449 stark zerstört und 1468 wieder aufgebaut. Bedeutend sind hier die Wandmalereien, die in der Reformation zwar übertüncht, vor 50 Jahren jedoch wieder freigelegt worden sind. Anschließend besichtigen die evangelische Kreuzkirche, der erste Stuttgarter Sakralbau des internationalen Stils. Gebaut hat sie der Schweizer Architekt Paul Trüdinger (1895-1961) gemeinsam mit Hans Volkart (1895- 1965), ein Mitarbeiter des Stuttgarter Professors Paul Bonatz. Die Kreuzkirche von 1929/30 besticht mit ihrer Eisenfachwerkkonstruktion und den große Spannweiten, so dass Stützen im Innern nicht nötig waren.

Weiterfahrt nach Esslingen: Unser Ziel ist Martin Elsässers evangelische Südkirche: Dieses 1925/26 erbaute Sakralwerk ist eine der wenigen expressionistisch geprägten Kirchen im mittleren Neckarraum. Sie weist eine strenge horizontale Gliederung auf und verbindet Zitate aus der Baugeschichte mit kontrastierenden Materialien: Backstein, hellrote Betonsteine und Edelputze.

Mittagessen und Nachmittag in der alten Reichsstadt: sie war im Mittelalter eine wichtige Ansiedlung auf der Reichsstraße zwischen Speyer und Ulm. Im Gegensatz zur Fahrt im März 2009 besichtigen wir jedoch nicht „Alt-Esslingen“, sondern widmen uns dem Esslingen der Gründerzeit: es wandelte sich nach 1810 ebenso wie Heilbronn schnell zu einer Metropole der Industrialisierung. Neben der Handschuhindustrie waren das Esslinger Nahrungsmittelgewerbe, die Textil- und Metallindustrie von großer Bedeutung. Württembergs erste Lokomotiven stammten aus der Neckarstadt. Wir besichtigen bei einem Spaziergang neben dem alten Rathaus (der Giebel von Heinrich Schickhardt 1589, die Kunstuhr von Jakob Diener 1588) vor allem die Wasserläufe der Stadt: man nutzte die Kraft des Neckar noch vor 100 Jahren auf vielfache Weise zum Antrieb von Mühlwerken.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn

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